Seltene Lemuren im Kölner Zoo: Zwei neue Mongozmakis sollen für Nachwuchs sorgen 🐒
Die beiden männlichen Lemuren heißen „Tongay“ und „Aster“ und sollen künftig dabei helfen, die stark bedrohte Primatenart zu erhalten.
Die Tiere stammen aus dem Lumigny Safari Reserve in Frankreich und wurden Ende Februar nach Köln gebracht. Jetzt beginnt eine wichtige Phase: die Eingewöhnung – und vielleicht schon bald die Hoffnung auf Nachwuchs.
Neue Bewohner im Madagaskarhaus
Die beiden Neuankömmlinge bringen frischen Schwung in die Gruppe der seltenen Lemuren.
„Tongay“ wurde im Jahr 2012 geboren, während „Aster“ bereits 2005 zur Welt kam. Beide Männchen treffen im Kölner Zoo auf das Weibchen „Emena“, das seit 2023 in Köln lebt.
Der bisherige Partner von „Emena“, der 29-jährige „Newton“, gilt inzwischen als zu alt für die Fortpflanzung. Mit den beiden neuen Männchen soll sich das nun ändern.
Ob sich „Emena“ eher mit dem jüngeren „Tongay“ oder mit dem erfahreneren „Aster“ versteht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Auch bei Lemuren gilt schließlich: Sympathie spielt eine große Rolle.
Aufwendige Eingewöhnung der seltenen Primaten
Der Transport der Tiere aus Frankreich wurde persönlich begleitet. Zoo-Kuratorin und Tierpfleger reisten selbst zum französischen Park, um die beiden Lemuren sicher nach Köln zu bringen.
Nach der Ankunft startete eine intensive Eingewöhnungsphase. Dabei beobachten Tierpfleger und Fachleute genau, wie sich die Tiere verhalten und wie die neue Gruppendynamik funktioniert.
Unterstützung gibt es sogar aus der Wissenschaft: Ein Student der Universität zu Köln untersucht das Verhalten der Gruppe im Rahmen seiner Bachelorarbeit. Die Erkenntnisse können dabei helfen, die Haltung der seltenen Tiere weiter zu verbessern.
Was Mongozmakis so besonders macht
Mongozmakis gehören zur Lemurenfamilie und tragen den wissenschaftlichen Namen Eulemur mongoz. In freier Wildbahn leben sie vor allem in trockenen Wäldern im Norden Madagaskars. Außerdem haben sich Populationen auf den Komoren angesiedelt.
Diese Primaten sind sowohl tagsüber als auch nachts aktiv und leben meist in kleinen Familiengruppen. Ihre Ernährung besteht hauptsächlich aus:
- Früchten
- Blüten und Nektar
- Blättern
- gelegentlich auch Insekten
Mit einer Kopf-Schwanz-Länge von bis zu 83 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 1,1 und 1,6 Kilogrammgehören sie zu den mittelgroßen Lemuren.
Auch optisch lassen sich Männchen und Weibchen gut unterscheiden.
Männliche Tiere besitzen ein grau-braunes Fell mit rötlichem Nacken und Bart, während Weibchen ein helleres Rückenfell, einen cremefarbenen Bauch und einen weißen Bart haben.
In menschlicher Obhut können Mongozmakis bis zu 35 Jahre alt werden.
Stark bedrohte Art aus Madagaskar
Die Weltnaturschutzunion International Union for Conservation of Nature stuft Mongozmakis in der Natur als „vom Aussterben bedroht“ ein.
Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Zerstörung der Wälder durch Landwirtschaft
- Holzkohleproduktion
- Jagd durch die lokale Bevölkerung
Madagaskar zählt zu den Regionen mit der einzigartigsten Tierwelt der Erde. Viele Arten kommen ausschließlich dort vor. Genau deshalb ist der Schutz dieser Tiere besonders wichtig.
Zoos engagieren sich für den Artenschutz
Moderne Zoos spielen heute eine wichtige Rolle beim Schutz gefährdeter Arten. Auch der Kölner Zoo beteiligt sich an internationalen Programmen zur Erhaltung der Tierwelt Madagaskars.
Gemeinsam mit anderen Zoos und Forschungseinrichtungen arbeitet der Zoo in der Madagascar Flora and Fauna Group an Projekten, die sowohl die Tiere im Zoo als auch ihre Lebensräume in der Natur schützen.
Das Ziel: stabile Populationen in menschlicher Obhut aufbauen und gleichzeitig den Schutz der natürlichen Lebensräume stärken.
Mit den beiden neuen Lemuren „Tongay“ und „Aster“ wächst nun die Hoffnung, dass bald auch im Kölner Zoo Nachwuchs dieser seltenen Primaten geboren wird.
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