Interview: So entstand der neue Themenbereich Hikari im Tivoli Kopenhagen
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Claudia -
6. August 2026 um 22:56 -
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Bereits in unserer Berichterstattung haben wir den neuen, von Japan inspirierten Bereich vorgestellt. Doch wie entstand eigentlich die Idee hinter Hikari? Welche Herausforderungen galt es zu meistern? Und worauf ist das Team besonders stolz?
KirmesParkWorld hatte die Gelegenheit, diese Fragen Rasmus Altenborg, Design & Development Director des Tivoli, in einem exklusiven E-Mail-Interview zu stellen.
Keine Kopie Japans – sondern eine eigene Interpretation
Wer Hikari besucht, soll sich nicht wie auf einer Reise durch Japan fühlen. Genau das war laut Altenborg auch nie das Ziel.
Stattdessen wollte das Tivoli eine eigene Interpretation japanischer Architektur, Gartenkunst und Stadtgestaltung schaffen – kombiniert mit der künstlerischen Handschrift, für die der traditionsreiche Freizeitpark seit fast 200 Jahren bekannt ist.
„Wir wollten japanisch inspirierte Prinzipien durch die kreative Perspektive des Tivoli interpretieren – nicht Japan kopieren“, erklärt Altenborg.
Das Ergebnis ist eine lebendige Straßenlandschaft mit markanter Architektur, stimmungsvoller Beleuchtung, Kunstwerken, Gärten und zahlreichen kleinen Details, die gemeinsam eine völlig neue Atmosphäre schaffen.
Drei Jahre Entwicklung auf engstem Raum
Die Idee zu Hikari entstand aus dem Wunsch, den bisherigen asiatisch gestalteten Bereich des Parks vollständig neu zu denken.
Dabei standen die Planer vor einer besonderen Herausforderung: Das Tivoli kann seine Fläche nicht erweitern.
Mehr als 2.000 Quadratmeter mussten deshalb komplett neu organisiert werden. Ziel war es, deutlich mehr Aufenthaltsqualität und Erlebnisfläche zu schaffen, ohne die historischen Grenzen des Parks zu überschreiten.
„Wir haben mehrere Jahre an der Entwicklung gearbeitet und den vorhandenen Raum wesentlich dynamischer und effizienter genutzt. Gleichzeitig haben wir viel Zeit investiert, Inspirationen zu sammeln und daraus die richtige Atmosphäre entstehen zu lassen“, berichtet Altenborg.
Liebe zum Detail aus Japan
Besucher werden wahrscheinlich zuerst die neue Straßenlandschaft, die Restaurants oder die neugestaltete Achterbahn Dæmonen wahrnehmen.
Doch gerade die Details machen Hikari laut Altenborg zu etwas Besonderem.
Für den Bereich wurden historische Türen, Fenster und originale Bauelemente sowie Vintage-Objekte aus Japan nach Kopenhagen gebracht. Hinzu kommen rund 60 Tonnen traditioneller japanischer Dachziegel, die eigens von japanischen Herstellern geliefert wurden.
Viele Gäste werden diese Elemente vermutlich gar nicht bewusst wahrnehmen – dennoch tragen sie entscheidend dazu bei, dass sich Hikari authentisch und stimmig anfühlt.
Besonders stolz ist das Designteam außerdem darauf, dass der Bereich größer wirkt, als er tatsächlich ist. Durch geschickte Sichtachsen und organisch gewachsene Fassaden entsteht der Eindruck einer deutlich weitläufigeren Straßenlandschaft.
Die ursprüngliche Vision blieb bestehen
Bei Projekten dieser Größenordnung verändern sich Konzepte häufig während der Bauphase. Bei Hikari war das anders.
Zwar wurde das Projekt während Planung und Bau kontinuierlich weiterentwickelt, die eigentliche Vision blieb jedoch unverändert.
Von Beginn an sollte ein moderner Themenbereich entstehen, der japanische Inspirationen mit der unverwechselbaren Identität des Tivoli verbindet – geprägt von hochwertigem Design, einer starken Atmosphäre und dem Anspruch, einen Ort zu schaffen, an dem Besucher gerne verweilen.
Mehr als neue Fahrgeschäfte
Natürlich gehören mit Tyfonens Øje und Hotel Hikari auch zwei neue Attraktionen zum Bereich.
Für Altenborg war jedoch entscheidend, dass Hikari weit mehr wird als eine Ansammlung neuer Fahrgeschäfte.
Alle Bestandteile – Attraktionen, Gastronomie, Geschäfte, Kunst, Landschaftsgestaltung und öffentliche Plätze – sollten zu einem gemeinsamen Gesamterlebnis verschmelzen.
„Die wichtigsten Gestaltungsprinzipien waren Interpretation statt Nachahmung, die Balance zwischen Tradition und Erneuerung sowie die Schaffung einer immersiven Straßenlandschaft mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre und viel Liebe zum Detail.“
Was Besucher überraschen dürfte
Wer den früheren Bereich kennt, dürfte laut Altenborg vor allem vom Ausmaß der Veränderung überrascht sein.
Hikari sei keine einfache Modernisierung, sondern ein völlig neues Reiseziel innerhalb des Tivoli.
Fünf gastronomische Angebote, zwei Geschäfte, originale Kunstwerke, aufwendig gestaltete Grünanlagen, zwei neue Attraktionen und die vollständig in den Themenbereich integrierte Achterbahn Dæmonen bilden zusammen ein neues Gesamterlebnis.
Ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte
Obwohl Altenborg überzeugt ist, dass die ursprüngliche Vision vollständig umgesetzt werden konnte, gibt er schmunzelnd zu, dass mit unbegrenztem Budget vielleicht sogar Platz für eine dritte neue Attraktion gewesen wäre.
Noch wichtiger ist für ihn jedoch etwas anderes.
„Hikari zeigt, dass sich Tivoli immer wieder neu erfinden kann, ohne seinen einzigartigen Charakter zu verlieren.“
Genau darin sieht er auch den größten Erfolg des Projekts: Die fast 200-jährige Geschichte des Parks fortzuführen und gleichzeitig neue Erlebnisse für kommende Generationen zu schaffen.
Wenn Besucher Hikari verlassen, sollen sie den Bereich als einen Ort voller Licht, Atmosphäre und Entdeckungen in Erinnerung behalten – als eine Erfahrung, die sich unverkennbar nach Tivoli anfühlt.
Und wenn in zehn Jahren über Hikari gesprochen wird?
Dann hofft Altenborg, dass die Menschen sich daran erinnern werden, wie es gelungen ist, Geschichte und Innovation miteinander zu verbinden und einem historischen Teil des Tivoli neues Leben einzuhauchen.
Denn eines, davon ist er überzeugt, wird das Tivoli niemals sein:
„Fertig.“
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