Cranger Kirmes 2022: Das erste Kirmes-Wochenende


Volksfeste sind nach der über zweijährigen Pandemiepause wieder „in“. Vor allem die Cranger Kirmes, das größte Volksfest in NRW: Vom ersten Kirmestag am Donnerstag, 4. August, bis Sonntagabend, 7. August, rechnet die veranstaltende Stadt Herne mit rund 1,5 Millionen Besuchern auf dem ca. elf Hektar großen Rummelplatz am Rhein-Herne-Kanal. Am Donnerstag pilgerten 150.000 Besucher zu „ihrer“ Kirmes, am Freitag und Samstag zusammen ca. 900.000 – und am heutigen Sonntag war der Platz ab der Mittagzeit pickepacke voll.


Und die Gäste konsumieren auch. „Die Geschäfte laufen gut“, sagte am Sonntagmittag bei der ersten Zwischenbilanz-Pressekonferenz Patrick Arens. Der Vize-Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute notierte an den ersten drei Tagen „auf Crange“ auch, dass „unsere Gäste wieder jünger werden. Crange ist zurzeit der Hit auf allen Social-Media-Kanälen. Ein Fahrgeschäft wie der Breakdance zum Beispiel wird so stark angenommen, als wenn es neu wäre“. Auch Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, schlug am Sonntag in diese Kerbe: „Wir Schausteller zeigen, was für eine starke Wirtschaftskraft wir sind.“ Dann bedankte sich der Essener noch einmal ausdrücklich bei allen Anwohnern rund um den Festplatz für deren Geduld und Verständnis und lobte zudem den Cranger-Kirmes-Festumzug am Samstag: „Sensationell. Einzigartig.“


„Eine ruhige und sichere Kirmes“

Superlative, die auch Dr. Frank Burbulla benutzte: „Die Menschen sind reif für Crange gewesen. Das zeigen die Besucherzahlen, aber auch die gelöste Atmosphäre auf dem Platz, bei der offiziellen Eröffnung am Freitag oder beim Festumzug am Samstag. Bisher war es eine ruhige und sichere Kirmes“, so Hernes Kirmesdezernent, der ebenfalls „viele, viele junge Menschen hier auf dem Platz“ sah. Auch das neue Mobilitätskonzept greift, dazu gehören unter anderem vier bewachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder „mit extrem hohen Nutzungszahlen“, so Burbulla, sowie ausgewiesene Stellflächen für E-Scooter.



Digitale Infotafeln zur Lenkung des Besucherstroms

Trotz des hohen Besucheraufkommens am Freitag und Samstag hat es bisher auf dem Platz kaum Staus gegeben. Eduard Belker, stellv. Leiter des Fachbereiches Öffentliche Ordnung: „Dies ist auch das Resultat des Einsatzes unserer neuen digitalen Infotafeln, die über sieben Kameras gefüttert werden. Damit lenken wir den Besucherstrom und können unsere Gäste bei einem Engpass an einer Kreuzung zum Beispiel bitten, nicht nach links, sondern nach rechts zu gehen.“ Engpässe, und das freut die Schausteller, gab es bisher auch an den rund 50 Fahr- und Laufgeschäften. „Sie werden ohne Ausnahme alle stark frequentiert“, so Belker. Die Favoriten der Crange-Besucher seien an den ersten drei Kirmestagen die „Wilde Maus XXL“, „Apollo 13“ sowie die Neuheit „Heidi the Coaster“ gewesen.



Auf- und Abfahrten der A 42 wurden gesperrt


Zum guten Gesamteindruck trägt auch die Bilanz der Sicherheits- und Rettungskräfte bei. „Von der Polizeiseite aus gesehen war es bisher eine reibungslose Kirmes“, so der 1. Polizeihauptkommissar Michael Bloch. Nur der Parksuchverkehr bereite ihm und seinen Kollegen Sorgen: „Es kommen immer noch zu viele Besucher mit dem eigenen Pkw.“ Daher mussten am Samstag beide Auf- und Abfahrten der A 42 (Herne-Crange und -Wanne) gesperrt werden, ebenso am Freitag und Samstag die Heerstraße an der Kreuzung zur Corneliusstraße. Michael Bloch: „Es wird immer wieder Verkehrsstörungen aus Anlass der Kirmes geben. Daher empfehlen wir dringend die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.“ Die Feuerwehr zählte in diesem Jahr an den ersten drei Kirmestagen 25 rettungsdienstliche Einsätze gegenüber 20 im Vergleichszeitraum des Jahres 2019. „Trotzdem war es für uns ein sehr ruhiges Wochenende“, so Hernes Feuerwehrchef Marco Diesing. Thomas Jarolim berichtete als Einsatzleiter des DRK von „durchschnittlichen“ Einsatzzahlen und keinen Auffälligkeiten: „Auch die Wespen halten sich nach unserem Eindruck bisher zurück.“


Die Cranger Kirmes 2022 läuft noch bis zum Sonntag, 14. August.