Rekordbesuch beim Festumzug der Cranger Kirmes 2022: Etwa 150.000 Schaulustige jubeln den Mottowagen und Fußgruppen zu


„Wir sind überreif für Crange“, hieß es für ca. fünf Stunden an der Hauptstraße zwischen Eickel und Crange. Etwa 150.000 Schaulustige verwandelten die knapp 3,7 Kilometer in einzige Partymeile, der beste Besuch seit Jahrzehnten. Und auch die Stimmung schwappte überall über, es wurde geschunkelt und getanzt. Vor allem zwischen Eickel und Wanne-Mitte, wo Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda von einer kleinen Bühne den etwa 3.800 Teilnehmenden zujubelte, war es so voll wie noch nie. Dementsprechend zog Zugleiter Michael Torkowski vom Fachbereich Öffentliche Ordnung ein positives Fazit: „Es ist alles gut abgelaufen. Nur zum Schluss, bei der Zugauflösung, gab es kleinere Herausforderungen für uns.“


Die knapp über 100 Mottowagen und Fußgruppen boten den Schaulustigen ein farbenfrohes Bild, immer wieder gespickt mit Sprüchen, die alle ausdrückten, wie sehr die Cranger Kirmes in den vergangen zwei Jahren vermisst wurde. Ob „Crange ist auferstanden“ oder „Crange ist Sehnsucht“, ob „Endlich wieder im Himmel. Denn ohne Crange ist die Hölle“ oder „Crange ist so bunt wie das Meer“ – der Phantasie der Vereine und Organisationen waren keine Grenzen gesetzt.


„Kirmespiraten“ und „Südlichter“ beeindrucken die Jury


Der gesamte Zug war bunt, fröhlich, kreativ, laut und keine einzige Sekunde langweilig. Nur musikalisch war die Auswahl etwas eingeschränkt: „Gibt es außer Layla eigentlich noch ein anderes Lied?“, fragte Moderator Oliver Grabowski, als der gefühlt 17. Mottowagen den Mallorca-Sommerhit anstimmte.


Ganz andere Töne waren vom Wagen der „Kirmespiraten“ zu hören. Mit Glockengeläut bog er vor der dreiköpfigen Jury ein, die den originellsten Festwagen und die attraktivste Fußgruppe nominieren durfte. Gleichzeitig standen die „Piraten“ aufgereiht wie an einer Schnur auf ihrem Wagen, hatten die Hand aufs Herz gelegt und gedachten so ihrem kürzlich verstorbenen Mitglied Achim. Gänsehaut pur – und der 1. Preis bei den Mottowagen vor den einfallsreichen Fußballern des SV Holsterhausen („Crange ist auferstanden“) und den „Wanner Blagen“ („Endlich wieder im Himmel. Denn ohne Crange ist die Hölle“). Bei den Fußgruppen setzte die Jury die „Herner Südlichter“ auf den 1. Platz. Die Selbsthilfegruppe aus dem Herner Süden präsentierte sich als bunter Obstteller. Platz 2 ging an das Team des Herner LWL-Museums für Archäologie mit „God save the Stones“ – womit nicht Mick Jagger und Co., sondern natürlich die aktuelle Ausstellung zu „Stonehenge“ gemeint war. Dritter wurde die Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit in Herne (gfi) mit ihren Regenschirmen zum Thema „Crange ist so bunt wie das Meer“.

Verzögerungen bei der Auflösung des Zuges

Bei der Auflösung des Cranger Kirmes-Festumzuges an der Unser-Fritz-Straße kam es sowohl in Richtung Heidstraße als auch in Richtung Lutherkirche zu längeren Verzögerungen und einem großen Rückstau. Werner Friedhoff, Leiter des Fachbereiches Öffentliche Ordnung: „Die Polizei überprüfte die Mottowagen auf ihre Zulässigkeit für den öffentlichen Straßenverkehr. Diese Maßnahme ist komplett rechtens, aber bisher war das anders und nicht üblich. Vor allem die Zugteilnehmer waren davon sehr überrascht.“


Die Prämierung der drei originellsten Festwagen und Fußgruppen findet am kommenden Montag, 8. August, ab 19 Uhr bei der Veranstaltung „Engagiert in Herne“ in der Cranger Festhalle statt. Peter Großmann, Sportmoderator im ARD-Morgenmagazin, führt durch das bunte Programm des Abends, der auch ein Dankeschön an rund 1.000 Ehrenamtliche in Herne und Wanne-Eickel ist.