Nach fast 200 Jahren: Tivoli eröffnet mit Hikari seine bislang größte Themenbereichs-Umgestaltung
- Tivoli setzt auf Neuinterpretation statt Nachbildung
- Originale Bauelemente und Kunst aus Japan
- Zwei neue Attraktionen bilden das Herzstück von Hikari
- Auch Dæmonen erhält eine neue Einbindung
- Kulinarik als wichtiger Bestandteil des Konzepts
- Mehr Erlebnisfläche trotz begrenzter Parkgröße
- Bedeutende Investition in die Zukunft des Tivoli
Für Freizeitparkfans gehört das Tivoli in Kopenhagen seit Jahrzehnten zu den spannendsten Anlagen Europas. Der 1843 gegründete Park verbindet historische Attraktionen, kulturelle Angebote und moderne Unterhaltung auf einzigartige Weise. Nun investiert der Park erneut in seine Zukunft und eröffnet mit Hikari einen vollständig neu entwickelten Themenbereich auf dem Gelände des bisherigen Asienareals.
Nach knapp zwei Jahren Bauzeit entsteht auf einer Fläche von mehr als 2.000 Quadratmetern eine japanisch inspirierte Erlebniswelt mit neuen Attraktionen, Gastronomieangeboten, Kunstinstallationen und einer aufwendigen Thematisierung. Die offizielle Eröffnung ist für August 2026 vorgesehen.
Tivoli setzt auf Neuinterpretation statt Nachbildung
Der Tivoli verfolgt bei Hikari bewusst nicht das Ziel, japanische Städte oder Sehenswürdigkeiten originalgetreu nachzubilden. Stattdessen handelt es sich um eine kreative Interpretation japanischer Architektur, Landschaftsgestaltung und Straßenkultur aus der Perspektive des Tivoli.
Diese Herangehensweise entspricht der langjährigen Tradition des Parks. Bereits Gründer Georg Carstensen vertrat die Auffassung, dass der Tivoli niemals fertig sein werde und sich stetig weiterentwickeln müsse. Seit der Eröffnung im Jahr 1843 greift der Park immer wieder internationale Einflüsse auf und verwandelt sie in eigene Erlebniswelten.
Der Tivoli inspirierte im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Künstler und Kreative. Zu den bekanntesten Besuchern gehörte der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen. Auch Walt Disney besuchte den Park in den 1950er-Jahren mehrfach und sammelte dort Eindrücke, die später in die Entwicklung von Disneyland einflossen.
Besucher erwartet künftig eine lebendige Straßenatmosphäre mit japanisch inspirierten Fassaden, Beleuchtungselementen, Gartenanlagen und Szenografie. Dabei wurde großer Wert auf Details gelegt.
Originale Bauelemente und Kunst aus Japan
Für die Gestaltung von Hikari wurden zahlreiche authentische Materialien direkt aus Japan nach Dänemark transportiert. Dazu gehören gebrauchte Türen, Fenster und Vintage-Objekte sowie rund 60 Tonnen japanische Ziegelsteine.
Darüber hinaus wird in dem neuen Themenbereich ein Werk des international bekannten japanischen Künstlers Takashi Murakami ausgestellt. Ergänzt wird die Gestaltung durch weitere Kunstwerke und Straßenkunst-Elemente, die das Gesamtbild abrunden sollen.
Auch die Begrünung orientiert sich an japanischen Vorbildern. Geplant sind unter anderem eine kunstvoll geschnittene Kiefer, ein Tempelbaum sowie japanische Azaleen und verschiedene Bambuspflanzungen.
Zwei neue Attraktionen bilden das Herzstück von Hikari
Im Mittelpunkt der neuen Themenwelt stehen zwei neue Attraktionen, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.
Hotel Hikari
Mit Hotel Hikari entsteht eine familienfreundliche Erlebnisattraktion des italienischen Herstellers Gosetto. Die Gäste betreten eine Anlage, die einem Hotel ähnelt, und werden durch verschiedene Räume voller optischer Täuschungen und überraschender Effekte geführt.
Zu den Erlebnissen zählen ein Vortex-Tunnel, ein schräg gebautes Zimmer sowie ein Infinity Room mit scheinbar unendlichen Spiegelwelten. Die Attraktion richtet sich an Besucher aller Altersgruppen und setzt auf Interaktion, Illusionen und Entdeckungen.
Tyfonens Øje
Deutlich actionreicher präsentiert sich Tyfonens Øje. Die vom Hersteller SBF Visa gelieferte Attraktion gehört zum Typ der sogenannten Zero-Gravity-Trommeln.
Während der Fahrt rotiert die Trommel mit hoher Geschwindigkeit. Die entstehende Zentrifugalkraft drückt die Fahrgäste gegen die Wand, während sich der Boden unter ihnen absenkt. Das Ergebnis ist ein intensives Fahrerlebnis mit hoher körperlicher Belastung und einem ungewöhnlichen Bewegungsgefühl.
Nach Angaben des Tivoli wird es die einzige Attraktion dieser Bauart in Skandinavien sein.
Auch Dæmonen erhält eine neue Einbindung
Neben den beiden Neuheiten bleibt die Achterbahn Dæmonen weiterhin Bestandteil des Areals. Die Fahrstrecke selbst wird nicht verändert, die Bahn erhält jedoch eine neue szenografische Gestaltung und wird vollständig in die Themenwelt integriert.
Künftig soll die Achterbahn wie eine urbane Hochbahn durch Hikari verlaufen und damit stärker als bisher Teil der Gesamtinszenierung werden.
Kulinarik als wichtiger Bestandteil des Konzepts
Neben Attraktionen und Gestaltung spielt auch die Gastronomie eine zentrale Rolle. Insgesamt fünf gastronomische Angebote werden Teil des neuen Bereichs sein.
Die Konzepte orientieren sich an aktuellen Trends der japanischen Gastronomie und werden gemeinsam mit erfahrenen dänischen Gastronomen und Partnern umgesetzt. Besucher können die Speisen entweder unterwegs genießen oder in überdachten Aufenthaltsbereichen verweilen.
Damit folgt Tivoli seinem bewährten Konzept, Freizeitparkbesuch, Kultur und Kulinarik miteinander zu verbinden.
Mehr Erlebnisfläche trotz begrenzter Parkgröße
Der Tivoli liegt mitten im Zentrum Kopenhagens direkt neben dem Rathaus. Anders als viele moderne Freizeitparks verfügt die Anlage kaum über Erweiterungsflächen.
Deshalb konzentrierte sich das Projekt darauf, die vorhandene Fläche effizienter zu nutzen. Durch die komplette Neugestaltung des bisherigen Asienbereichs entstand ein Areal mit deutlich mehr Aufenthaltsqualität und besser nutzbaren Besucherflächen.
Hikari erweitert somit nicht die Größe des Parks, sondern erhöht die Qualität und Vielfalt des bestehenden Angebots.
Bedeutende Investition in die Zukunft des Tivoli
Die Investitionssumme für Hikari liegt nach Angaben des Parks im dreistelligen Millionenbereich in dänischen Kronen. Für Tivoli handelt es sich um die bislang umfangreichste Themenbereichs-Entwicklung seiner Geschichte.
Tivoli-Geschäftsführerin Susanne Mørch Koch sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Parks. Die positiven wirtschaftlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre hätten es ermöglicht, ambitioniert in neue Erlebnisse zu investieren und gleichzeitig den besonderen Charakter des Tivoli zu bewahren.
Auch aus touristischer Sicht besitzt das Projekt große Bedeutung. Für Kopenhagen zählt der Tivoli zu den wichtigsten Besuchermagneten und ist die meistbesuchte Touristenattraktion Dänemarks.
Mit Hikari erhält einer der bekanntesten Vergnügungsparks Europas eine neue Themenwelt, die moderne Freizeitparkgestaltung mit Kunst, Gastronomie und japanisch inspiriertem Ambiente verbindet. Für Besucher dürfte der Bereich zu den spannendsten Neuheiten der Saison 2026 in Nordeuropa gehören.
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