Nachwuchsstars im Weltvogelpark Walsrode: Gänsegeierküken zum Kameravogel ausgebildet

Nachwuchsstars im Weltvogelpark Walsrode: Gänsegeierküken zum Kameravogel ausgebildet Futtern wie bei Muttern: Zusammen mit Tierpfleger German Alonso schmeckt das Futtern noch viel besser Bild: Weltvogelpark Walsrode


Ein möglicher zukünftiger Star der Flugshow ist das Gänsegeierküken Kenia, das bereits frühzeitig auf seine Karriere vorbereitet werden soll.


Mit über 4.000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark Walsrode der größte Vogelpark der Welt. Besonders in den Wochen des Frühlings und frühen Sommers dreht sich hier alles um den frisch geschlüpften Nachwuchs. Zum Beispiel um das im April geschlüpfte Gänsegeierweibchen Kenia. Denn das soll einmal ein Star der Weltvogelpark-Flugshow werden. Damit sich Kenia möglichst früh an das Training gewöhnt, führen die Tierpfleger:innen sie bereits jetzt behutsam an die ersten Übungen heran. Dabei hilft auch, dass Kenia bereits früh eine enge Bindung zu ihren Menschen aufgebaut hat.


Denn da das Elternpaar immer wieder von den in derselben Voliere lebenden Kolkraben beim Brüten gestört wurde, haben die Tierpfleger:innen das Ei aus dem Nest genommen und in einer Brutmaschine ausgebrütet. Unter der Obhut und täglichen Pflege durch Vogelhebamme Stefanie Alonso konnte dem Jungtier so ein sorgenfreier Start ins Leben bereitet werden. Kenia ist nun bereits mehrere Wochen alt und in der Vogelbabystation auch für Besucher:innen zu sehen. Dabei haben aufmerksame Besucher:innen längst etwas Ungewöhnliches festgestellt: Von Zeit zu Zeit trägt Kenia eine Art Rucksack. Schließlich soll Kenia später die beiden anderen Gänsegeier Kutte und Glatze in der Flugshow unterstützen. Dazu soll dann eine Ultraleichtkamera an dem Geschirr befestigt werden, die den Flug aus ca. 25 Meter Höhe aufzeichnet. So wird den Besucher:innen ermöglicht, den Weltvogelpark einmal selbst aus der Vogelperspektive zu betrachten.


„Bei solchen Projekten steht für uns selbstverständlich das Tierwohl an erster Stelle. In diesem Jahr möchten wir Kenia an den Kontakt mit Menschen gewöhnen und ein enges Vertrauensverhältnis zwischen den Trainer:innen und dem Vogel aufbauen. Die Trainer:innen widmen dem Vogel sehr viel Zeit und werden dann auch bald mit den ersten Flugübungen starten. Zur kommenden Saison 2023 können dann die Besucher:innen Kenia höchstwahrscheinlich regelmäßig in der Flugshow erleben“, erklärt Anne Densow, Biologin im Weltvogelpark Walsrode.

Kampf um die begehrtesten Nester

Neben den Gänsegeiern durften sich auch viele weitere Arten über Nachwuchs freuen. Darunter auch ihre Mitbewohner:innen in der Uhu-Burg, die Kolkraben. Diese störten die Gänsegeier nicht nur bei der Brut, sondern übernahmen auch gleich deren Brutplatz. Kurze Zeit später fand man mehrere Eier im Nest, und vor wenigen Wochen schlüpften dann vier gesunde Jungtiere. Besucher:innen haben aus dem ersten Stock der Uhu-Burg einen guten Ausblick, um das Treiben im Nest zu beobachten.

„Ob es von Anfang an der Plan der Kolkraben war, das Brutgeschäft zu stören, um dann den Brutplatz selbst zu nutzen, können wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Da Kolkraben zu den intelligentesten Vogelarten zählen, ist diese Idee wohl gar nicht mal so abwegig“, verrät Densow.

Beim Spazieren durch den Park können Besucher:innen weiteren Nachwuchs entdecken. In der Meeresentenanlage am Duftgarten trifft man auf ein Dutzend junger Säbelschnäbler, die eher einem Wollknäuel auf Stelzen gleichen. Ende Mai schlüpften außerdem die Küken der Schneegänse und Schwarzhalsschwäne. Die Storchenjungen sind mittlerweile ebenfalls gut befiedert und unternehmen ihre ersten Steh- und Gehversuche. In wenigen Wochen starten sie die ersten Flugversuche, um dann Mitte August in den Süden zu fliegen.



Gans sicher im Weltvogelpark

Zudem gibt es besonderen Besuch im Weltvogelpark. Am Kranichsee haben sich wilde Kanadagänse eingerichtet, um ihre Jungen großzuziehen. Die Saruskraniche, die eigentlichen Bewohner:innen der Anlage, wurden daraufhin in einem Gehege hinter den Kulissen des Weltvogelparks untergebracht. Denn Gänse sind äußerst territorial, und gerade wenn Junge dabei sind, verteidigen sie ihr Revier.


„Dass sich immer wieder verschiedene Wildvogelarten hier für die Brut niederlassen, zeigt deutlich, wie sicher sich die Tiere hier fühlen. Für die Kraniche wäre es natürlich schöner gewesen, im eigenen Gehege zu bleiben, doch muss in diesem Fall auch an das Tierwohl der Kanadagänse gedacht werden“, so Anne Densow abschließend.

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