Artenschutz d’Amour

Artenschutz d’Amour © Tierpark Berlin


Für den Erhalt des Sumatra-Tigers – einer der am stärksten bedrohten Großkatzenarten der Erde – ist dies ein kleiner Hoffnungsschimmer. Seit heute ist das Paar für Besucher*innen im Tierpark Berlin zu sehen.


Betörendes Parfüm signalisiert den passenden Moment: Bei Tigern geben die Weibchen den Ton an und bestimmen, ob und wann das Liebesspiel stattfindet. Am Urin kann das Männchen erkennen, ob das Weibchen paarungsbereit ist. Ist die Herzensdame gerade nicht in Stimmung kann es auch schon einmal gefährlich werden: „Die Zusammengewöhnung von einem Tigerpaar ist keine einfache Angelegenheit und es braucht dabei von allein Seiten viel Fingerspitzengefühl, damit beim ersten Date nichts schiefgeht“, berichtet der zuständige Kurator Matthias Papies. „Deshalb haben wir Mayang und Jae Jae bewusst viel Zeit für ein behutsames Kennenlernen gegeben. Zum Glück mochten sich die beiden auf Anhieb, sodass wir nun gespannt abwarten, ob es bald frohe Botschaften zu verkünden gibt.“ Die Zusammengewöhnung von Jae Jae und Mayang fand in den vergangenen Monaten in aller Ruhe im rückwärtigen Bereich statt, dort konnten die Tierpfleger*innen bereits einige Paarungen beobachten. Ob dieses wilde „Match“ Früchte tragen wird, zeigt sich allerdings erst in einigen Monaten. Tiger-Männchen Jae Jae kam im Januar aus dem Parc des Félins in Frankreich. Davor lebte er im Zoo London, wo er bereits Vater mehrerer gesunder Nachkommen geworden ist. Um der Sumatra-Tiger-Familie mehr Platz zu bieten, haben nun auch die beiden Hinterindischen Tiger Tarek und Sarai den Tierpark Berlin in Richtung Frankreich – in den Zoo Planète Sauvage - verlassen. Die Vierlinge Willi, Oscar, Seri und Kiara (3) haben in diesem Zuge die Anlage auf der gegenüberliegenden Seite des Regelwaldhauses bezogen.



International koordinierte Erhaltungszuchtprogramme sind die letzte Hoffnung für so seltene Tierarten wie den Sumatra-Tiger. „Der Tierpark Berlin engagiert sich bereits seit den 1950ern für die seltenen Tiger. Inzwischen wurden hier mehr als 120 Sumatra-Tiger geboren und reisten in die ganze Welt, um in anderen zoologischen Einrichtungen abermals für Nachwuchs zu sorgen“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Wir freuen uns, dass sich Mayang mit ihrem neuen Partner gut versteht. Wenn sie in diesem Jahr auch noch Nachwuchs zur Welt bringt, wäre das eine fantastische Nachricht für den Erhalt ihrer gesamten Art.“

Hintergrund

In den Regenwäldern Indonesiens leben heute nur noch knapp 300 - 400 dieser majestätischen Tiere – sie sind damit unmittelbar vom Aussterben bedroht. Bereits seit 1956 leben Sumatra-Tiger im Tierpark Berlin, seit 2020 auf der modernisierten Anlage des neuen Regenwaldhauses. In internationaler Zusammenarbeit engagieren sich zoologische Einrichtungen, um für bedrohte Tierarten stabile Reservepopulationen zu schaffen, die deren Aussterben verhindern sollen. Für den Sumatra-Tiger gibt es einen „Global Species Management Plan“ (GSMP), der alle regionale Erhaltungszuchtprogramme, wie zum Beispiel das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP), zusammenführt und entsprechend global koordiniert.


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